Ich bin da auch immer so hin- und hergerissen, ehrlich gesagt… Einerseits gibt's ja diese ganz alten Bilder, wie die Küstenlinie auf Rügen vor hundert Jahren aussah und da ist krass, wieviel Land tatsächlich schon weg ist. Andererseits, wie schon jemand geschrieben hat: Die Küste war nie statisch. Das Meer knabbert halt, mal mehr, mal weniger. Es gab doch mal diese Story vom alten Peilturm auf Kap Arkona, der irgendwann im Meer gelandet ist – weil die Steilküste einfach abgerutscht ist. Also das ist ja nix Neues, aber jetzt scheint’s durch Klimawandel und Tourismus eben nochmal schneller zu gehen.
Was ich spannend finde: In Holland probieren sie ja, das Meer mit so Hightech-Großprojekten rauszuhalten – mit richtig dicken Deichen, künstlichen Sandaufschüttungen und sowas. Aber das kostet Milliarden und ist ein ewiges Wettrennen. Ich frag mich, wieviel davon für Rügen überhaupt realistisch ist, oder ob wir da nicht ganz andere Wege gehen müssten. Gerade diese Sache mit dem Strandhafer, die ThU3 schon angesprochen hat: Ich hab mal nen Biologen auf Hiddensee gehört, der meinte, dass die richtige Mischung aus Pflanzen richtig was ausmachen kann. Und dass jede Baggerschaufel, die an den Dünen rumwerkelt, mehr Schaden anrichtet als ein paar Stürme. Da frag ich mich echt, warum das nicht öfter genutzt wird oder ob das einfach zu langsam wirkt für unsere schnelle Zeit?
