Ich kann die Eindrücke von WalterSick gut nachvollziehen – diese gigantische Bausubstanz in Prora ist schon ziemlich speziell und irgendwie auch ein Fremdkörper zwischen all den naturbelassenen Ecken auf Rügen. Gerade, wenn man von Sassnitz oder Binz kommt und dann diese scheinbar endlose Front sieht, wirkt das schon ein bisschen erschlagend. Mir geht’s manchmal ähnlich, auch wenn ich inzwischen gelernt habe, die Dimensionen anders zu betrachten. Letztlich ist Prora aber auch ein Teil der Geschichte der Insel und zieht nun, nach der Sanierung, eine neue Art von Gästen an.
Was die Vermietung betrifft: Prora ist mittlerweile zu einem echten Hotspot für Ferienwohnungen und auch Hotelgäste geworden. Gerade die sanierten Abschnitte (besonders um Block I und II) bieten moderne Apartments, oft mit Sauna oder Meerblick. Die Preise schwanken allerdings ziemlich – besonders in der Hauptsaison gehen die Preise für Wohnungen in Strandnähe oder mit besonderen Ausstattungen echt durch die Decke. Einige kleinere Anbieter sitzen direkt in Prora, andere kommen aus Binz und vermarkten überregionale Angebote. Bin mir da selbst nicht 100% sicher, aber ich habe von Bekannten Gutes über lokale Agenturen wie „Rügen Domizile“ gehört, wobei deren Angebote häufig schnell ausgebucht sind. Am besten ist wohl, sich frühzeitig umzuschauen und vielleicht auch mal bei weniger bekannten Portalen oder direkt bei den Eigentümern nachzufragen.
Die Geschichte selbst ist, ehrlich gesagt, ein für mich immer noch schwer zu verdauender Brocken. Ursprünglich als KdF-Großprojekt während des Nationalsozialismus geplant, dann jahrzehntelang als Kaserne und Sperrgebiet genutzt... Und jetzt: Ferienresort, Museum, Eigentumswohnungen, Start-up-Büros – eine echte Metamorphose. Manche Rüganer stehen den Entwicklungen skeptisch gegenüber, andere nehmen die neuen Impulse für die Wirtschaft einfach pragmatisch mit. Aus Sicht eines Unternehmers auf Rügen ist es natürlich gut, dass das Gelände jetzt Geld in die Kassen spült, auch wenn ich persönlich die bauliche Wucht manchmal als störend empfinde.
Mich würde interessieren: Wie empfindet ihr das? Ist Prora, so wie es jetzt ist, eher eine Bereicherung oder eher ein Verlust für das Gesamtbild der Insel? Und wie steht ihr zur Balance zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und dem Schutz der besonderen Landschaft?
